“Was unterscheidet eigentlich eine Gesamtschule von der Gemeinschaftsschule?” – Preuß-Buchholz empfing eine Besuchergruppe aus dem Kreis Mettmann

Die aus Wülfrath, Mettmann und Erkrath Angereisten wollten es am Mittwoch genau wissen: Was unterscheidet nun eine Gemeinschaftsschule von einer Gesamtschule und wie soll die Inklusion – also das gemeinsame Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern – auf den Regelschulen umgesetzt werden? Gelegenheit, diese Fragen zu stellen, bot die Diskussion mit der Solinger Landtagsabgeordneten Iris Preuß-Buchholz (SPD) bei einem Besuch im Landtag, den der Kreisverband der SPD Mettmann organisiert hatte.

Besuchergruppe aus dem Kreis Mettmann besuchte Iris Preuß-Buchholz im Landtag

Besuchergruppe aus dem Kreis Mettmann besuchte Iris Preuß-Buchholz im Landtag

Die Solinger Abgeordnete erläuterte, dass eine Gemeinschaftsschule vor Ort – also in den Städten und Gemeinden – gestaltet werde, mit den vor Ort vorhandenen Möglichkeiten und Gebäuden, das Land aber die notwendigen Lehrerstellen zur Verfügung stelle. „Es ist eine Schule mit Ganztagsunterricht, die aber nicht wie die Gesamtschule über sechs Züge verfügen und eine eigene Oberstufe stellen muss!“ Häufig sei bei den bisher beantragten Modellen die Zusammenlegung einer Haupt- und Realschule vorgesehen. In der Gemeinschaftsschule könne die Möglichkeit genutzt werden, die Kinder auch nach der vierten Klasse im Klassenverband weiter zusammen zu unterrichten. Es gäbe vor Ort Kooperationen mit Gymnasien für eine Oberstufe, aber auch mancherorts eine Zusammenarbeit mit Berufskollegs, um ein Fachabitur anzubieten.

Da sich um die Teilnahme am Modellversuch, der eigentlich nur 50 Schulen umfassen sollte, bereits mehr als 100 Gemeinden bemüht haben, sei es nun wichtig, das bestehende Schulgesetz zu ändern. Das Oberverwaltungsgericht hatte mit seinem Urteil bereits deutlich gemacht, dass es eigentlich keines Schulversuchs mehr bedürfe, da es sich um eine bereits etablierte Schulform handele.

Auf die Nachfrage, wie lange die bereits 16 Jahre währende Schuldiskussion im Lande denn noch andauern würde, äußerte sie sich optimistisch, dass bei der derzeitigen Diskussion innerhalb der CDU Kompromisse für eine zukunftsfähige Schulpolitik möglich seien. Preuß-Buchholz machte deutlich, dass auch der Weg zur Inklusion ein schrittweise längerer Prozess sei, der auch eine Vorbereitung der unterrichtenden Lehrer und des betreuenden Personals umfassen müsse. Auch zur West-LB-Debatte und den Aufgaben und Verpflichtungen einer Landesbank gab es viele offene Fragen.

“Ich freue mich über diese sehr detaillierten Nachfragen. Sie zeigen doch, dass die Menschen sehr wohl informieren, nach wie vor kritisch Zeitung lesen und sich Gedanken über die politische Entwicklung machen.”, fasste Preuß-Buchholz die Diskussion zusammen.

Datum: 6. Juli 2011
Kategorie: Aktuelles, Besuchergruppen, Schulpolitik
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